Träume

Reinigungskräfte des Gedächtnisses

von Marieke Heidemann (EPh)

Auf einem Drachen reiten, unsichtbar sein oder mit Tieren sprechen: In Träumen ist alles möglich. Manche Menschen können sich wiederum gar nicht an ihre nächtlichen Phantasien erinnern oder werden von schrecklichen Vorstellungen geplagt. Doch warum träumen wir überhaupt, was passiert dabei im Gehirn? Und was bedeuten bestimmte Traumbilder?

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Es gibt verschiedene Theorien zu den Gründen von Träumen. Einige Forscher nehmen an, dass man dabei gefährliche Situationen testet. Vor allem in der Geschichte der Menschheit konnte in nächtlichen Erlebnissen geübt werden, gegen Fressfeinde zu kämpfen, um dann im realen Leben dabei mehr Erfolg zu haben.

Emotionen spielen in Träumen allerdings auch eine große Rolle, weshalb sie uns helfen können, eine Lösung für ein Problem zu finden, welches uns sehr beschäftigt. Denn mit ihrer Hilfe kommt man manchmal auf die kreativsten Ideen.

Eine weitere Theorie besagt, dass im Traum einfach Erlebtes verarbeitet und gespeichert wird und diese Prozesse im Gehirn für Bilder sorgen. Dabei werden laut Neurologen unsere Gehirnzellen stets neu programmiert, was sehr wichtig für unseren Körper ist. So weiß man, dass Menschen deutliche psychische und physische Probleme bekommen, wenn sie wiederholt aus dem Schlaf und den Träumen gerissen werden.

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Geträumt wird in mehreren Phasen. Zuerst kommt es zur Einschlafphase, in der vor allem der Herzschlag langsamer wird. Auch in der Phase des stabilen Schlafs und im Tiefschlaf sind die Muskeln noch ein wenig angespannt. Es folgt die REM-Phase (REM steht für „Rapid Eye Movements“), die sich in jeder Nacht drei- bis viermal wiederholt. In dieser Phase ist das Gehirn so aktiv wie im Wachzustand, weshalb sehr intensiv geträumt wird; die Muskeln sind jedoch vollständig entspannt. Wenn man in der REM-Phase aufwacht, kann man sich meistens an das im Schlaf Erlebte erinnern. 

Auch sind die Bereiche im Gehirn besonders aktiv, die für Emotionen, visuelle Eindrücke und Bewegungen verantwortlich sind, was zu sehr realistischen Träumen führen kann. Andere Neuronen sind wiederum inaktiv, weshalb wir zum Beispiel kein kritisches Bewusstsein haben. So kommt es, dass dann die merkwürdigsten Sachen passieren können und sie uns nicht unlogisch vorkommen.

Doch warum können sich viele Menschen kaum an ihre Träume erinnern? Das liegt daran, dass das Gehirn beim Schlafen aufgrund bestimmter chemischer Vorgänge nicht sehr aufnahmefähig ist. Allerdings ist das Erinnern auch eine Übungssache: Man sollte sich schon für seine Träume interessieren. Wenn man aufwacht, konzentriert man sich am besten sofort darauf. Auch hilft es zum Beispiel, ein Traumtagebuch zu führen – dann kann man außerdem besser bestimmte Muster erkennen, wie den eigenen Charakter, am Tag Erlebtes und die Lebensumstände, die sich darin widerspiegeln.

Das ermöglicht es sogar, durch Träume etwas über uns selbst zu lernen. Sie geben Aufschluss über Dinge, die uns beschäftigen, wie Wünsche oder Ängste. Das können auch  Emotionen und Erlebnisse sein, über die man sich im Alltag gar nicht so bewusst ist. Ein Beispiel wäre der Traum vom Fallen, der bedeuten könnte, dass man Angst hat, alles zu verlieren. Allerdings müssen solche Traumdeutungen für jede Person individuell getroffen werden und können daher nicht für alle Menschen gelten. Manch Wissenschaftler könnte sogar so weit gehen und daraus Handlungsanweisungen für den Wachzustand ableiten – ob man das möchte, das sollte aber natürlich jeder selbst entscheiden.


Quellen:

https://www.planet-wissen.de/gesellschaft/schlaf/traeume/index.html
ttps://www.planet-wissen.de/gesellschaft/schlaf/traeume/traeume-traumforschung-100.html
https://www.ardalpha.de/wissen/gesundheit/gesund-leben/traum-traeumen-schlaf-schlafen-albtraum-104.html
https://www.welt.de/gesundheit/psychologie/article131682248/Was-Traeume-ueber-uns-selbst-verraten.html

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