Ein Interview mit Frau Peilstöcker
Bloody Mary: Wie kommt es zur Gründung von AGs?
Frau Peilstöcker: Die AGs werden gegründet, weil es jemanden gibt, der daran Spaß hat. Meistens ist es derjenige, der eine AG anbieten will; manchmal sind es aber auch die SchülerInnen, die fragen: „Können wir eine AG zu irgendwas machen?“ Denn eine AG hat ja den großen Vorteil, dass sie zwar außerhalb des Unterrichts stattfindet, man aber freiwillig daran teilnehmen kann, und zwar bei Dingen, die einem wirklich Spaß machen. Und fast alle AGn kosten nichts, das heißt man bekommt ein kostengünstiges zusätzliches Freizeitangebot. […]
Bloody Mary: Wie komplex ist die AG-Planung?
Frau Peilstöcker: Es kommt natürlich darauf an, was ihr darunter versteht. Inhaltlich plane ich die AGn ja gar nicht, das machen diejenigen, die die AGn durchführen. Die müssen sich überlegen, was sie wann und wo machen wollen. Der tatsächliche AG-Plan dauert ein bisschen, insofern als er mit dem Stundenplan abgestimmt werden muss. Wir wollen natürlich keine AG, insbesondere für 8./9. Klassen machen, wenn wir wissen, dass von den zehn potenziellen Klassen sieben an dem Donnerstag Unterricht haben, dann kommt ja keiner mehr zur AG. […] Natürlich wollen wir auch keine Angebote, die sich zu sehr doppeln. […] Das Anstrengendste ist es dann, die Erlaubniserklärungen der Eltern einzuholen, weil wir immer verpflichtet sind, uns zu vergewissern, dass die Eltern damit einverstanden sind, dass die Kinder am Nachmittag extra nochmal in die Schule kommen oder hierbleiben, einfach wegen der Versicherungspflicht. […]
Bloody Mary: Welche ist die älteste AG an unserer Schule?
Frau Peilstöcker: Ich hab da mal überlegt; die AG, die es definitiv schon seit über 25 Jahren gibt, ist die Sanitäts-AG. Eine andere sehr traditionsreiche AG ist leider vor 3-4 Jahren beendet worden, das war die Musical-AG. Da ist der Kollege dann in Pension gegangen und es gab keinen Nachfolger, der so etwas Komplexes und Aufwendiges wie ein Schülermusical jedes Jahr neu organisieren wollte. Sehr lang existiert aber auch der Schulchor, die heutigen MG-Voices. Aber wir führen tatsächlich nicht so richtig Buch darüber.
Bloody Mary: Was war die verrückteste AG-Idee, die Ihnen je vorgeschlagen wurde?
Frau Peilstöcker: Eigentlich sind die Wünsche gar nicht so verrückt, ich fand das immer sehr nachvollziehbar. […] Richtig absurd oder schräg fand ich eigentlich gar nichts. Ich fand alles eigentlich immer ziemlich spannend, was es da so gibt, gemessen an Interessen, also ob man nun Sport spannend findet oder eher was für den Kopf, ist ja sehr unterschiedlich. Wir hatten auch mal eine Idee für eine AG, die dann nicht zustande gekommen ist, die ich nach wie vor toll finde, nämlich „Spiele spielen“. Da denkt man erst, was ist daran eine AG, aber sich tatsächlich mal mit Schülern hinzusetzen und zu überlegen, wie funktioniert eigentlich dieses Spiel, wie ist das aufgebaut, könnte man das variieren, könnte man andere Regeln erfinden, vielleicht sogar irgendwann selber ein Spiel entdecken oder entwickeln: Das fände ich eigentlich total klasse, wenn das irgendwann einmal jemand machen würde.

Bloody Mary: Also ist das AG-Angebot an der Schule eigentlich ganz gut, oder?
Frau Peilstöcker: Ja, da können wir als Schule wirklich stolz drauf sein. Wir haben immer so um die 20 verschiedenen AGn von musisch und musikalisch über naturwissenschaftlich und Handarbeiten bis zu Sprachen wie Französisch oder Englisch haben wir ein sehr, sehr breites Angebot. Von über 900 SchülerInnen an unserer Schule nehmen ungefähr 200 an einer oder mehreren AGn regelmäßig teil. Das ist ein richtig großer Anteil.
Bloody Mary: Was sind die Voraussetzungen, damit eine AG genehmigt wird?
Frau Peilstöcker: Für die AGn, die von den Lehrern gemacht werden, brauche ich die Erlaubnis des Schulleiters, dass dafür noch Stunden übrig sind und nicht komplett für Fachunterricht gebraucht werden. Wenn SchülerInnen eine AG machen wollen, die noch nicht volljährig sind, dann müssen deren Eltern natürlich zustimmen und wir schauen uns sehr genau an, was die für eine AG machen wollen, z.B. ob das erfolgversprechend ist, dass sie das mal anleiern, und der dritte Bereich ist ja, dass wir AGn haben, die von Leuten von außerhalb gemacht werden. Das betrifft das Rote Kreuz, die die Sanitäts-AG für uns leiten, das betrifft die Musikschule, die für unsere SchülerInnen Gitarrenunterricht anbietet, das betrifft auch den Sportverein, der für uns Tischtennis und Ballsport anbietet, und das betrifft das Schloss, welches für uns die Schlossführerausbildung anbietet. Diese Institutionen bekommen natürlich auch alle Geld dafür, [und das muss erst einmal beschafft werden].
Bloody Mary: Was für eine AG würden sie gerne an unserer Schule sehen?
Frau Peilstöcker: Die Spiele-AG habe ich ja schon erwähnt. […] Was im Moment nicht stattfinden kann, weil Frau Lang im Moment nicht da ist, ist die Schreibwerkstatt. Die finde ich auch sehr spannend, dass nämlich Schüler eigene Texte und sogar Romane verfassen können. Neue Ideen sind natürlich immer willkommen!
Bloody Mary: Welcher Typ von AG oder welche AG im Speziellen beansprucht für Sie am meisten Vorbereitung?
Frau Peilstöcker: Für mich gibt es da eigentlich keinen Unterschied […]. Für die Leute, die eine AG anbieten, kommt es eben drauf an, ob es alte Hasen sind oder jemand, der sich da ganz neu einarbeiten muss. Es steckt schon eine ganze Menge Zeit in so einem Angebot. […]
Bloody Mary: Vielen Dank für das Interview und Ihre Zeit, Frau Peilstöcker!
Das Gespräch führten Ramona Asendorf und Maximilian Zielinski (Kl. 7).
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