Vol. I: Wie überlebt man die Klausurenphase? 

Von Franziska Endrullis (Kl. 10) 

Klausurenphasen sind immer die schlimmsten Zeiten im Schuljahr, vor allem, wenn es sich um schwierige Fächer handelt oder so gar kein Interesse besteht. Ich mag das Lernen für manche Fächer auch nicht unbedingt und hab teilweise wenig bis keinen Spaß daran. Aber was wäre, wenn ich Dir sage, dass es doch spaßig oder zu mindestens einfacher als jetzt geht? Zugegeben, eine richtige Zauberformel habe ich nun auch nicht, aber eine gute Strategie! Vielleicht funktioniert sie ja auch bei Dir. Jetzt willst Du wahrscheinlich wissen, wie diese Strategie aufgebaut ist, richtig? Dann ließ einfach weiter, um die Basics zu erlernen.  

Tipp 1: Die Planung macht den Meister. Ich bin kein großer Fan davon, alles durchzuorganisieren, bis auch die letzte Minute in meinem Planer steht, jedoch benötige ich eine vernünftige Visualisierung, wann welche Klassenarbeit auf mich zukommt. Dazu ist es nützlich, entweder die Daten jeder Klausur aufzuschreiben oder sich mithilfe eines richtigen Kalenders digital oder analog zu orientieren. Liegt die Physikarbeit morgen, in zwei Wochen oder sogar erst in einem Monat? Das ist schon ziemlich nützlich zu wissen und sollte bei Deiner Lernroutine nicht untergehen. Praktisch sind digitale Kalender, die Dich immer pünktlich in gewissen Zeitabständen erinnern, wann Deine Arbeiten und Klausuren wirklich stattfinden. Darüber hinaus verfügt das MG über das nützliche Tool WebUntis. Die Software verfügt nicht nur über Deinen Stundenplan, sondern bietet auch die hilfreiche Möglichkeit, Deine anstehenden Klassenarbeiten und deren Termine einsehen zu können. 

Das Wichtige ist für Dich, die Zeit sinnvoll einzuplanen. Wie lange brauchst Du zum Lernen? Was kommt dazwischen? Wie gut bin ich in diesem Fach? Wie gut liegt mir dieses Thema? Plane aber immer mit mindestens drei Tagen! Am ersten Tag kannst Du Dir einen Überblick verschaffen und jedes Thema grob durchgehen. Den zweiten Tag nutzt Du, um jedes Thema zu verfestigen und genauer zu werden, verwende jetzt auch (wenn nicht schon am ersten Tag geschehen) konkrete Fachbegriffe. Der Tag vor der Arbeit wird für die Wiederholung genutzt. Dein Study Buddy (vgl. Tipp fünf) hilft Dir, die Inhalte besser einprägen zu können.  

Tipp 2: Das richtige Vorgehen. Du erhältst einen Themenpool Deiner Lehrkraft und weißt so gar nicht, wie es jetzt weitergehen soll; das ist komplett normal. Überforderung ist der erste Schritt des Lernens. Was Du jetzt konkret machen kannst, ist Folgendes: Ich schreibe mir alle Themen auf ein Blatt und gehe meine Mappe oder Notizen aus dem Unterricht durch und markiere mir alle Seiten, die wichtig sein könnten, mit einem Post-It. Danach gehe ich mit einer knalligen Textmarkerfarbe durch diese hervorgehobenen Seiten und färbe Fachbegriffe, egal ob ich sie verstehe oder nicht. Diese Fachbegriffe schreibe ich heraus und erkläre sie alle einzeln, dann kenne ich schon das Grundgerüst der Inhalte. Mein nächster Schritt kann unterschiedlich aussehen: Entweder erstelle ich mir einen Lernzettel oder Karteikarten, die ich dann durchgehe. Viele machen den Fehler, dass sie die Karteikarten überladen. Am sinnvollsten ist es, auf die Vorderseite einen Fachbegriff oder einen Ablauf zu notieren, und auf der Rückseite die Definition oder Fachbegriffe, mit denen man diesen Ablauf erklären muss. So kannst Du Dich abfragen und musst die ganze Zeit dabei erklären und wiedergeben. Oder Du erstellst eine andere Form der Visualisierung, eine Mind-Map oder einen Mini-Podcast für den Schulweg. Es gibt ganz viele Möglichkeiten.  

Bei komplexen Themen kannst Du Dir auch Lernvideos auf YouTube ansehen oder Lern-Apps wie Knowunity oder StudySmarter nutzen, jedoch musst Du Dich bei solchen Apps registrieren lassen.  

Lernen (Image by Thomas G. from Pixabay)

Ich versuche, nicht stumpf die Inhalte abzuschreiben, und dann mehrmals durchzulesen, sondern vor allem diese auch erklären zu können, um dadurch die gewisse Sicherheit zu schaffen, die in der Arbeit notwendig ist.  

In manchen Fächern ist es auch hilfreich, Übungsaufgaben durchzugehen, beispielsweise in Mathe oder Physik.  

Tipp 3: Die Pomodoro-Technik nach Francesco Cirillo. Diese nützliche Methode bricht das Lernen auf und schafft transparente Pausen. Sie funktioniert wie folgt: Setze Dir einen Timer auf 25 Minuten (diese Zeit kann auch verlängert werden, ist jedoch eine gute Einstiegszeit); in dieser Zeit arbeitest Du effektiv. Egal ob Lernen, Hausaufgaben, Schullektüre lesen oder ein Bild für Kunst malen, Du nutzt diese 25min so effektiv wie möglich und füllst sie so wie du es brauchst. Dann folgen 5 Minuten Pause. Eine sogenannte Brain-Break (Gehirn-Pause), also rumlaufen, Arbeitsplatz wechseln, etwas ganz anderes machen, eine kleine Yoga-Übung, so wie es für Dich am Nützlichsten ist und was Dein Gehirn entspannt. Nicht unbedingt vorteilhaft ist Social Media in der Fünf-Minuten-Pause, denn das ist keine richtige Brain-Break! Danach kommen wieder 25 Minuten effektives Arbeiten, diese Schleife wiederholt sich, bei einer längeren Lernsession viermal, bei einer kürzeren Lernsession zwei bis drei Mal. Du kannst nach 3×25 Minuten deine Pause verlängern auf 15-20 Minuten. Um die Pomodoro Technik richtig durchführen zu können, kannst Du auch online dafür gemachte Websites aufrufen. 

Tipp 4: Den Arbeitsplatz wechseln. Arbeitest Du mit der Pomodoro-Technik, kannst Du alle 2×25 Minuten den Arbeitsplatz wechseln, um deinem Gehirn ein wenig Abwechslung zu schenken. Es kann nützlich sein, ein Buch woanders zu lesen als im Zimmer. Du kannst auch ganz extravagant werden und z.B. die örtliche Bibliothek besuchen. Ich habe schon die Stadtbibliothek in Wilhelmshaven getestet, welche super geeignet ist für längere Lernsessions und mit den vielen Büchern auch eine gute Abwechslung bietet. Sogar dort kannst du Deinen Arbeitsplatz auch nochmal ändern.  

Tipp 5: Ein Study Buddy. Inhalte bleiben besser im Langzeitgedächtnis, wenn du Zusammenhänge und Strukturen verstehen und selber erklären kannst. Ich nutze dafür immer gerne meinen einseitigen Study Buddy, in meinem Fall z.B. ein Haustier oder eine berühmte Persönlichkeit. Kennt sich Johnny Depp mit den EU-Institutionen aus? Ich denke nicht, deshalb erkläre ich es ihm. Dadurch, dass er höchstwahrscheinlich noch keine Vorkenntnisse hat, muss ich ganz vorne beginnen und ihm das Thema ausführlich erklären. Wenn Du Inhalte mit deinen eigenen Worten erklären, zeigen oder wiedergeben kannst, ist das eigentlich schon der ganze Lernprozess. Es ist natürlich sinnvoll, die Themen einer Person zu erklären, die auch Rückfragen stellt, auf die Du vielleicht nicht gekommen wärst. Wenn du den Lernstoff erklärst, wem auch immer, versuche so wenig wie möglich auf deine Notizen, Lernzettel oder Bilder zurückzugreifen, denn Du sollst die Inhalte selber verstehen, und in der Arbeit wirst du Deine Materialien leider auch nicht zu Verfügung haben.  

Vielleicht helfen Dir diese Tipps weiter und Du kannst Sie nutzen, um Deine Lernroutine zu optimieren.  

Denk bitte daran: Fehler sind Helfer und aus Helfern werden Sonnen.  

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