Ein Interview mit der Fachobfrau für Latein und Geschichte

Bloody Mary: Frau Herzog, danke, dass Sie unserer Einladung zum Gespräch gefolgt sind. Sie arbeiten am Mariengymnasium als Fachobfrau für Latein und Geschichte. Was tut man da? Ist das viel Organisation?

Frau Herzog: Einerseits ist es wichtig, dass man mit allen KollegInnen bestimmte Abläufe abspricht. Da geht es um so etwas wie Bewertung oder auch Exkursionen, den Lehrplan in den verschiedenen Jahrgängen, welche Aktionen es geben kann. Andererseits übernehme ich auch als Fachobfrau die Aufgabe, das Fach nach außen hin zu vertreten. […] Man ist sozusagen Anlaufpunkt für alle fachlichen Fragen und zur Organisation. Auch Standardisierung ist ein wichtiges Thema, dass man ein Auge darauf hat, dass alles überall gleich läuft.

Bloody Mary: Wollten Sie immer Lehrerin werden oder gab es mal andere Berufswünsche?

Frau Herzog: Als ich in der Grundschule war, habe ich immer gesagt, ich will eigentlich Ärztin werden, aber das ist etwas, was man einfach so vor sich hinsagt. Und als ich dann auf dem Gymnasium war, war es eigentlich ziemlich klar, dass ich Lehrerin werden wollte, speziell eben Lateinlehrerin, weil mir das früher in der Schule so viel Spaß gemacht hat.

Frau Herzog (Foto: Tina Piotrowski)

Bloody Mary: Gibt es besondere Lehrmethoden, die Sie bevorzugen?

Frau Herzog: Ich mag es im Unterricht eigentlich total gerne, wenn ich möglichst wenig vorne stehe und quatsche und wenig den Unterricht von vorne leite, sondern so agiere, dass SchülerInnen miteinander ins Gespräch kommen, gegenseitig voneinander lernen, sich gegenseitig  unterstützen und dann selbst organisiert oder in einem eigenem Lernprozess merken, dass sie das eigentlich auch ganz gut alleine können. Und dass SchülerIinnen zusammen ins Gespräch kommen und kreative Dinge veranstalten, mag ich auch gerne.

Bloody Mary: Was hält Ihre Schüler während des Unterrichts auf Trab?

Frau Herzog: Ich hoffe sehr, dass die SchülerInnen aktiviert werden, indem ich sage: „So, Leute, macht jetzt mal!“ Es kommt ganz häufig vor, dass ich sage: „Jetzt müsst ihr nochmal miteinander murmeln“. Oder: „Ihr macht jetzt nochmal eine andere Aufgabe“. Es gibt durchaus Phasen im Unterricht, in denen ich merke, dass die Konzentration gerade woanders ist. Und dann denke ich: „Oh, jetzt muss ich mal kurz etwas Anderes machen, z. B. ein bisschen Bewegung. Aber eigentlich hoffe ich, dass die SchülerInnen von vornherein sagen: „So, ich mach jetzt mit!

Bloody Mary: Und was glauben Sie, wie finden die SchülerInnen Ihren Unterricht?

Frau Herzog: Ich nehme an, grundsätzlich finden die meinen Unterricht eigentlich ganz gut. In den meisten Lerngruppen habe ich doch eine vermutlich ganz gute Schüler-Lehrer-Beziehung […]. Aber ich glaube auch, dass es gerade in Latein manchmal ein bisschen kompliziert ist, wenn SchülerInnen Lernschwierigkeiten haben und vielleicht irgendwann nicht mehr mitkommen. Und dann wird die Abneigung gegenüber dem Fach sozusagen auf mich projiziert.

Bloody Mary: Vielen Dank für das offene Gespräch!


Das Interview führte Torge Kamplade (Kl. 6).

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